Die Geschichte des Roten Kreuzes Allentsteig
Den Ursprung unserer Bezirksstelle finden wir bereits in der Zeit des Zweiten Weltkrieges, wo die Anfänge organisierter Rot-Kreuz-Arbeit zu finden waren. Damals war in Allentsteig eine Ortsstelle stationiert, welche den Krankentransport von der Umgebung in das hiesige Krankenhaus versah. Als Rettungswagen stand ein Kraftfahrzeug der Typs Mercedes im Einsatz.
Mit Ende des Zweiten Weltkrieges wurde die Rot-Kreuz-Ortsstelle geschlossen. Der Rettungswagen wurde im Juni 1945 von der sowjetischen Besatzungsmacht als Beutegut beschlagnahmt und abtransportiert.
Nach 1945 stand die Gemeinde Allentsteig vor der schwierigen Aufgabe, das Rettungswesen neu aufzubauen. Einige Zeit brachte man die Patienten mit Fuhrwerken und Taxis in das Spital. In der Nachkriegs- und Besatzungszeit war es ein schwieriges Unterfangen, einen Rettungswagen zu erlangen.
Im Jahre 1951 gelang dem damaligen Bürgermeister, durch sein Verhandlungsgeschick, eine Neugründung der Ortsstelle. Diese war zur damaligen Zeit der Bezirksstelle Zwettl zugeteilt. Als oberstes Gebot war die Anschaffung eines Rettungsfahrzeuges. Die Ortsgruppe trat an die Besatzungsmacht heran, um käuflich ein Wrack, einen dreiachsigen Sankra der deutschen Wehrmacht zu erwerben. 1952 konnte mit der Reparatur begonnen werden. Kauf und Reparaturkosten betrugen ATS 17.000,-. Am 06. 01. 1953 fand die Weihe des Wagens statt.
Als Fahrer des Wagens machten Herr Leopold Strasser und Herr Karl Wögenstein Dienst. Als dieses Fahrzeug jedoch sehr bald aufgrund der starken Gebrauchserscheinungen aus dem Dienst schied, sprang die Bezirksstelle Zwettl helfend ein und stellte einen Rettungswagen des Typs "Hoch" leihweise zur Verfügung.
Am 12.Juni 1955 wurde eine eigenständige Bezirksstelle des Roten Kreuzes in Allentsteig gegründet. Der erste Bezirksstellenleiter war Dr. Bruno Niederle.
Ihm folgte Helmut Langer als Bezirksstellenleiter, welche mit dem Krankenhausverwalter Heinrich Pechatschek und Frau Maria Müller die Bezirksstelle grundlegend aufgebaute. Sie leisteten viel Vorarbeit für die Errichtung von Stützpunkten. Die Anschaffung eines weiteren Fahrzeuges wurde nötig.
1957 gab es bereits 25 Stützpunkte. Im Sommer 1958 rief das Rote Kreuz zur Blutspendeaktion auf. Der immer größer werdende Einsatz unserer Helfer ließ die Notwendigkeit eines eigenen Hauses immer mehr laut werden, da das Dienstzimmer im Gemeindehaus zu klein geworden ist.
Der Bau eines eigenen Rot-Kreuz-Hauses wurde 1961 begonnen. Mit der großzügigen Unterstützung des Bundesheeres wurde dieser Bau 1962 vollendet. Es gab damals bereits 2 Sanitätsfahrzeuge. Schon 1963 wurde der 31-igste Stützpunkt gegründet. Damit wurde ein flächendeckendes Netz gespannt.
1969 wurde ein Katastrophenanhänger angeschafft. 1973 wurde die erste Redoute (jetzt Ball des Roten Kreuzes) abgehalten.
1976 wurde die Funkausrüstung total erneuert. Erste Hilfe-Kurse und Sanitätshilfekurse wurden laufend abgehalten. Immer wieder wurden neue Mitarbeiter geworben, da die Einsätze immer mehr stiegen. 1980, beim 25-jährigen Bestehen der Bezirksstelle war auch der 6.000 Blutspender dabei. Der 50igste Erste Hilfe-Kurs war 1986.
1991 übernahm Ewald Reif die Bezirksstellenleitung von SR Helmut Langer. In den Jahren 1991 bis 1996 wurde das Haus Nr.16 renoviert und teilweise um- und zugebaut (neues Dach, neue Fenster, Garagentor vergrößert, Heizung modernisiert). Im Haus Nr.18 wurde der Journaldienst eingerichtet, die Funkanlage erneuert, die Telefonanlage modernisiert und die Verwaltung auf Computer mit dementsprechender Software umgestellt.
1999 besitzt die Bezirksstelle bereits 5 Sanitätsfahrzeuge (2 RTW, 1 KTW, 2 BKTW).
Im Jahr 2001 stellte fast die gesamte Bezirksstellenleitung ihre Ämter zu Verfügung. Nach einem Jahr unter der interimistischen Leitung von Frau Dr. Ingrid Erlacher wurde 2002 Andreas Schleritzko zum neuen Bezirksstellenleiter gewählt.
Rund eineinhalb Monate früher als geplant wurde die Bezirksstelle Allentsteig am 27.Februar 2004 an die zentrale Rettungsleitstelle (LEBIG) für den Bereich Waldviertel angeschlossen. Der Übergang verlief, bis auf kleinere technische Schwierigkeiten mit dem Funk, reibungslos. Es hat sich gezeigt, dass bei aktiver Mitarbeit beider Institutionen, also Rotem Kreuz und LEBIG, eine nahtlose Übernahme der neuen Struktur möglich ist.
2005 feierte das Rote Kreuz Allentsteig sein 50-jähriges Bestehen. Zugleich wurde auch der Erste Hilfe-Landesbewerb des Jugendrotkreuzes veranstaltet. Dabei schlugen ca. 400 Kinder für fünf Tage in Allentsteig ihr Zeltlager auf und stellten ihr Können bei diversen Bewerben unter Beweis.
2008 ist ein wichtiges Jahr für die Bezirksstelle Allentsteig. Nachdem der Spatenstich für den Neubau der Rot-Kreuz-Dienststelle erfolgte, begannen auch sogleich die Arbeiten an der neuen Dienststelle.